Kategorie: Portrait

Schau in mein Skizzenbuch

Skizzenbuch von Till Runkel

Wer Bleistiftzeichnungen mag, findet Anklang hier in meinem Skizzenbuch.

Ich habe mir mal einen Blick in mein Skizzenbuch erlaubt und fand dort viele ältere Zeichnungen. Diese möchte ich hier mal vorstellen.


Vorsichtiger Blick einer Frau

Vorsichtiger Blick einer Frau

Unbekanntes Mädchen

Unbekanntes Mädchen

Zwei Zugreisende lesen Zeitung.

Zwei Zugreisende lesen Zeitung.

Zwei schelmische Zugreisende grüßen.

Zwei schelmische Zugreisende grüßen.

Gelangweilte Zugreisende

Gelangweilte Zugreisende

Interessierte Zugreisende

Interessierte Zugreisende

Schwitzender Zugreisender

Schwitzender Zugreisender

Reisende im Zugwagon

Reisende im Zugwagon

Melancholischer Fahrgast mit einer Gitarre

Melancholischer Fahrgast mit einer Gitarre

Rauchender Fahrgast

Rauchender Fahrgast

Schlafende Brillenträger

Schlafende Brillenträger

Biggi

Hommage an Wilhelm Busch

Hommage an Wilhelm Busch

Marsmensch an der Kasse

Marsmensch an der Kasse

Studierende im Lesesaal

Studierende im Lesesaal

Studierende von oben

Studierende von oben

Studierende bei einer Vorlesung

Studierende bei einer Vorlesung

Und wie ich durch das Buch so weiterblätterte, fühlte ich mich inspiriert, den Bleistift für neue Zeichnungen tanzen zu lassen.

Wie war das eigentlich noch einmal mit Wilhelm Tell…

Dies ist eine Portraitzeichnung von Wilhelm Tell, dem berühmten Schweizerischen Nationalheld

…schoss er mit Pfeil und Bogen oder mit einer Armbrust?

Diese Frage stellte sich mir, als ich wieder einmal damit beauftragt wurde, Charakterfiguren für Museumsaufsteller zu gestalten. Ich muss gestehen, dass mir das Bild des wohl berühmtesten Schweizerischen Nationalhelden nicht etwa aus Friedrich Schillers gleichnamigen Drama hängen geblieben ist, das wir damals in der Schule gelesen hatten, sondern sich mir die Erzählung natürlich -wie könnte es auch anders sein- aus dem sehr lustigen und sehr empfehlenswerten Comicband „Asterix bei den Schweizern“ eingebrannt hat. Dort wird die Geschichte vom Pfeilschuss Tells von Obelix Niessattacke gestört. Der Pfeil landet dann glücklicherweise nicht im Gesicht des Sohnes Walther Tells und auch nicht im Apfel, den er auf seinem Kopf balanciert hat, sondern trifft ins Schwarze einer Zielscheibe, die der Sohn über sich und dem Apfel hält. Ob Wilhelm Tell den Pfeil mit einem Bogen oder mit einer Armbrust schoss, bleibt nach meiner Recherche bei Asterix unerwähnt.

Dies ist eine Portraitzeichnung von Walther Tell, Wilhelm Tells Sohn

Dem Kunden war es jedenfalls wichtig, dass Tell den Pfeil mit einer Armbrust schoss.
Der Apfel auf Walthers Kopf wurde in der von mir angelegten Zeichnung übrigens absichtlich weggelassen, um ihn hinterher in natura auf die Aufstellerfigur im Museum drauf zu setzen.

Wenn die Gelehrten erzählen, was sie über den Apfel wissen.

Es ist schon erstaunlich wie viele Gelehrte, Philosophen, Wissenschaftler, und Theologen im Laufe der Geschichte den Menschen anhand anhand einer äußerlich unscheinbar wirkenden Frucht versucht haben, die Welt zu erklären. Da wurden Adam und Eva vom Allmächtigen aus dem Paradies vertrieben, weil sie vom Apfel der Erkenntnis gegessen hatten, da griff einst Platon nach dem Obst und resümierte augenzwinkernd: “Wenn zwei Knaben jeder einen Apfel haben und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch jeder nur einen. Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken.“

109-b

Auch Martin Luther wäre da zu nennen, der ja am Vortag des Weltuntergangs einen Apfelbaum pflanzen wollte, um bis zum letzten Tage hoffnungsvoll mit viel Fleiß und Optimismus die Unwägbarkeiten des Alltags zu meistern. Isaac Newton, der bei sich im Garten einen Apfel vom Baum fallen sah und mit dieser nüchternen Beobachtung den Gesetzen der Schwerkraft auf den Grund ging und damit wie wir ja wissen Wegbereiter für Einsteins Relativitätstheorie wurde.

020-bWie ihr seht, lassen sich viele Forscher seit Menschengedenken von dieser einfachen wenngleich doch etwas rätselhaften Frucht inspirieren. Denken wir an den Kosenamen von New York, an das Plattenlabel der Beatles oder an die von Steve Jobs mitbegründete gleichnamige Computer-Firma, so wird deutlich, welche enorme Zauberkraft der Apfel in unserer Gegenwart hat.

Meine Aufgabe bei diesem Projekt bestand darin, die Protagonisten in Lebensgröße zu zeichnen. Die Portraits wurden dann auf Plexiglasscheiben gedruckt, ausgesägt und auf zum Teil rotierende Sockel fixiert. So konnten sie dann als Figuren im Südtiroler Obstbaumuseum in Lana ausgestellt werden.

 

Obstbaummuseum Tirol

Ich danke Dr. Simon Abler für seine Fotos, die er mir zur Verfügung gestellt hat.

Typen, denen man lieber nicht über den Weg läuft…

Webdesign: Sabrina Vogt, Frankfurt am Main, die-pistazie.de

Drecksnester, weitab jeglicher Zivilisation, die der Antiheld Torsten Brettschneider mit seinen illustren Weggefährten da bereist, in denen es von Schurken, Ganoven, mürrischen Einsiedlern und Rabauken nur so wimmelt. Das ist die Wildnis, in die uns der Autor Lars Simon in seiner Tierkottriologie da eintauchen läßt. Elchscheiße, Kaimankacke und Rentierköttel heißen seine sonderbaren Romantitel. Doch trotz allem aufkommenden Ekel weiß er es, mit unnachahmlichem Sprachwitz, seine Leser durchweg packend zu unterhalten. Beim Zeichnen seiner Teufelskerle habe ich mir die Geschichten als Hörbücher vorlesen lassen. So haben dann diese Gestalten hier das Licht der Welt erblickt:

Die folgenden Charakterbeschreibungen hat der Autor Lars Simon selbst verfasst.

Torsten BrettschneiderPortraitzeichnung von Torsten Brettschneider

Der Held der Tierkottriologie. Mitte dreißig und Halbschwede mütterlicherseits. Hat BWL studiert und lange Zeit als IT-Fachmann in Frankfurt a.M. gearbeitet. Anfangs unbefriedigt liiert mit Tanja Walter, träumt er von einem neuen Leben als Autor von Männerratgebern auf seinem Erbhof in Mittelschweden und hat dafür einiges an Hindernissen zu überwinden. Doch das ist erst der Anfang seiner Reise, die ihn zuerst nach Costa-Rica und wieder zurück in den Hohen Norden führt, in deren Verlauf unser sympathischer und doch manchmal vom Schicksal überforderter Protagonist sich nicht nur in die bezaubernde und unerreichbar erscheinende Parrerstochter Linda verliebt, sondern auch die aberwitzigsten Abenteuer überstehen muss, die sich ihm (nicht immer durch sein Verschulden à siehe Rainer Renner) in den Weg stellen.

 

Renate SchwiedergallPortraitzeichnung von Renate Schwiedergall

36 Jahre alt. Recht emotional. Sie befindet sich ihr ganzes Leben lang auf einem Selbstfindungs- und Esotherik-Trip und war lange mit Tanja, Torstens Ex, befreundet. Als sich ihr Leben dramatisch verändert bandelt sie trotz (oder gerade wegen?) des Altersunterschiedes mit Torstens Vater Gerd an. Eine gute Seele, die keiner Fliege etwas zu leide tun will und für alles eine kosmische Karmaerklärung parat hat.

 

Gerd BrettschneiderPortraitzeichnung von Gerd Brettschneider

Torstens Vater, verwitwet. 61 Jahre. Frühverrenteter Ingenieur aus Frankfurt am Main Weiß alles besser (zumindest besser als sein Sohn). Hat lange in Schweden gelebt und hatte dort noch eine Rechnung offen. Liebt Torsten, hat aber Übung darin, das nicht zu zeigen. Dabei hilft ihm, dass er Torsten nicht ganz für voll nimmt und auch keine Gelegenheit auslässt, diesem das mitzuteilen. Ein zäher Typ, der dem weiblichen Geschlecht (es kann ruhig etwas jünger sein à siehe Renate Schwiedergall) nicht abgeneigt ist und sich auch sonst vor nichts und niemanden fürchtet.

 

Rainer RennerPortraitzeichnung von Rainer Renner

Irgendwie so um die Ende zwanzig, ne. Äußerst gebildeter, aber sehr naiver Sozialpädagogikstudent mit massiven Sozialkompetenzdefiziten aus Frankfurt a.M. im ungefähr zehnten oder elften Semester oder so. Bewußtseinserweiternden Droge gegenüber offen eingestellt. Er hat zudem eine bemerkenswerte Sehschwäche und sprachliche Eigenheiten. Steht Torsten unabsichtlich immer im Weg und wird doch dessen treuster Gefährte und Freund, denn eins muss man Rainer bei seinem offensichtlichen Erotikdefizit lassen: Er ist Idealist und bereit für diese alles zu geben, wenn es darauf ankommt. Er mag sein wie er will, einige Leute könnten von diesem Kerl eine Tofuscheibe abschneiden!

 

Linda PetterssonPortraitzeichnung von Linda Petersson

32 Jahre, Tochter des Gödseltorper Gemeindepfarrers, selbst Lehrerin in Leksand. Bezaubernd und sympathisch. Sie würde super zu Torsten passen (findes Torsten), hat aber noch eine emotionale Rechnung mit ihrem Ex, Olle Olofsson offen. Wir sollten Torstem besser die Daumen drücken …

 

Jan-Peer PetterssonPortraitzeichnung von Jan Peer Pettersson

Ende fünfzig, Vater von Linda, theoretisch Torstens zukünftiger Schwiegervater, sehr sympathisch, aber etwas hilflos, weil sich seine Tochter irgendwann nicht mehr meldet und Gott ihn irgendwie auch nicht erhört.

 

Ragnar HedlundPortraitzeichnung von Ragnar Hedlund

Anfang sechzig. Dorftycoon von Gödseltorp. Besitzer des Ladens, der Tankstelle und des Cafés in dem mittelschwedischen Örtchen. Versucht auf Teufel komm raus Torsten den Hof abzuluchsen, was Torsten nicht versteht, bis er herausfindet, dass Ragnar dort einen ominösen Schatz vermutet. Selbst Ragnars Sohn, Ole-Einar, Kopf der lokalen Rockerbande Satans oväsen (Höllenlärm) und seine Tochter sind darin involviert und dienen als Druckmittel, beziehungsweise als Lockvogel. Ein harter, mittelschwedischer Knochen, mit dem nicht zu spaßen ist (na ja, es sei denn, man heißt Rainer Renner…)

 

Bjørn Hakansen

Portraitzeichnung von Bjørn Harkansen83 Jahre, Ex-Kämpfer des norwegischen Widerstands. Ist auf Menschen im Allgemeinen und auf Deutsche im Besonderen nicht sonderlich gut zu sprechen. Hat lebenslanges Wohnrecht auf Torstens Hof, würde aber am liebsten zurück nach Norwegen an seinen Fjord. Im weiteren Fortgang der Geschichte(n) bildet sich zwischen den beiden Brettschneiders und ihm eine historisch versöhnliche, generationenübergreifende Freundschaft heraus. Er steht übrigens auf leicht übergewichtige Zwillinge.

 

Ramon RamirezPortraitzeichnung von Ramon Ramirez

Um die 60 Jahre alt, Mädchen für Alles im Club Muche Gusto. Kann sogar einigermaßen Deutsch sprechen (hat mal als Austauschschüler eine Zeit lang in München gelebt). Man unterschätzt ihn, aber er hat neben Poolreinigen und Heckenschnitt noch weitaus größere Aufgaben und besitzt eine Macht, die man sich gar nicht vorstellen kann und ist zugleich Hüter eines uralten indianischen Geheimnisses.

David A. Silverman

Fernando Gonzales

Thoralf Leifsson

Olle Olofsson

Daphne Teichmann

Die von mir entworfenen Charakterfiguren findet ihr auch auf der Webseite Lars Simon. Vielen Dank an Lars Simon (Autor) und Sabrina Vogt (Webdesign), Frankfurt am Main, die-pistazie.de, dass ich mit deren Erlaubnis die Charakterfiguren im Zusammenhang mit der Webseite larssimon.de präsentieren darf.

Zum Schluß noch der kleine Buchtipp. Die Tierkottriologie besteht aus diesen drei Romanen:

Buchcover ElchscheißeElchscheiße

Autor: Lars Simon
ist bei dtv erschienen
Taschenbuch auch als epub Ebook erhältlich
288 Seiten, ISBN 978-3-423-21508-4
1. Mai 2014

Buchcover KaimankackeKaimankacke

Autor: Lars Simon
ist bei dtv erschienen
Taschenbuch auch als epub Ebook erhältlich
320 Seiten, ISBN 978-3-423-21554-1
1. November 2014

Buchcover RentierköttelNeu: Rentierköttel

Autor: Lars Simon
ist bei dtv erschienen
Taschenbuch auch als epub Ebook erhältlich
288 Seiten, ISBN 978-3-423-42864-4
23. Oktober 2015

Voll Grass, Alter

Unter der Rubrik ‚Tillustrationen mit Bart‘ stelle ich Euch hier mal eine Zeitungskarikatur vor, die zum achzigsten Geburtstag von Günter Grass am 16. Oktober 2007 auf der Titelseite der tageszeitung die taz erschien. Zu seinen Ehren trugen im Innenteil der Zeitung fast alle abgebildeten Frauen, Männer, Mädchen und Jungen Schnurrbärte.

Zeitungstitelseite der taz vom 16.10.2007 mit der Karikatur des deutschen Nationaldichters Günter Grass

Bei mir im Archiv hat das Papier nach jahrelanger Lagerung einige Spuren abbekommen.
Aber ich denke, dass die Seite auch dadurch noch einiges an Reife und Charme dazu gewonnen hat!

Der Leutselige, der keinen Spaß versteht

Zeitungskarikatur mit SPD-Politiker Kurt Beck erschienen in der Osterausgabe DIE WELT 2007

Den damaligen SPD-Vorsitzenden Kurt Beck habe ich 2007 für die Tageszeitung DIE WELT karikiert. Am Ostersamstag, also genau vor fünf Jahren, erschien sie großformatig zusammen mit dem Artikel vom damaligen Chefredaktuer und Herausgeber Thomas Schmid.